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Die Gefahr kompromittierter Software-Lieferketten

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Stephan Augsten

Software-Entwickler haben innerhalb eines Jahres mehr als 300 Milliarden Open-Source-Komponenten heruntergeladen, heißt es im „State of the Software Supply Chain Report“ von Sonatype. Jede achte davon enthielt offenbar mindestens eine Sicherheitslücke.

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In der Studie „State of the Software Supply Chain“ beleuchtet Sonatype die mit Open-Source-Komponenten verbundenen Gefahren.
In der Studie „State of the Software Supply Chain“ beleuchtet Sonatype die mit Open-Source-Komponenten verbundenen Gefahren.
(Bild: Sonatype)

Der „2018 State of the Software Supply Chain Report“ verbindet proprietäre Daten mit Forschung und Analyse. Der diesjährige Bericht hebt neue Methoden hervor, mit denen Cyber-Kriminelle Software-Lieferketten infiltrieren. Ein weiterer Analyse-Schwerpunkt lag darauf, wie sich gesetzliche Vorgaben auf die Zukunft der Software-Entwicklung auswirken können.

Mehr als 15.000 neue oder aktualisierte Open-Source-Releases werden Entwicklern täglich zur Verfügung gestellt. Der Einsatz gefährdeter Open-Source-Komponenten hat sich dabei in den vergangenen 12 Monaten mehr als verdoppelt. Für 1,3 Millionen Schwachstellen in OSS-Komponenten gibt es keine entsprechenden CVE-Sicherheitshinweise in der öffentlichen National Vulnerability Database (NVD).

Dazu kommt, dass weit über die Hälfte der der Unternehmen angeben, keine wirksame Kontrolle darüber zu haben, welche OSS-Komponenten in ihren Anwendungen verwendet werden. Bedenkt man, dass ein Durchschnittsunternehmen im Jahr 2017 rund 170.000 Java-Komponenten heruntergeladen hat, erahnt man die damit verbundene Gefahr.

Sonatype kommt zu dem Schluss, dass verwaltete Software Supply Chains doppelt so effizient und sicher wie vergleichbare Open-Source-Komponenten sind.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren hat sich die Zeit vom Bekanntwerden bis zur Ausnutzung eines Open-Source-Sicherheitsproblems von durchschnittlich 45 Tagen auf nur noch drei Tage verringert. Elf sicherheitsrelevante Ereignisse haben in der vergangenen eineinhalb Jahren eine ernsthafte Eskalation der Angriffe auf Software-Lieferketten ausgelöst. Bei diesen Angriffen injizieren Hacker Sicherheitslücken direkt in Open-Source-Projekte.

Wayne Jackson, CEO von Sonatype sagt dazu: „Eine Reihe von prominenten und verheerenden Cyberangriffen im vergangenen Jahr haben die Intention und das Potenzial der Ausnutzung von Sicherheitsschwachstellen in Software-Lieferketten aufgezeigt.“

Scott Crawford, Forschungsdirektor - Informationssicherheit, 451 Research, pflichtet ihm bei: „Wie bei jeder Technologie bieten Open-Source-Software-Komponenten viele einzigartige Vorteile. Sie bergen jedoch auch ihre eigenen Risiken: Lizenzprobleme und die Gefährdung durch erkannte Sicherheitslücken sind zwei der bekanntesten.“

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Dev-insider.de.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist