Ein Angebot von

Requirements

Das Lastenheft zum Anfassen

| Autor / Redakteur: Andreas Lachenschmidt und Andreas Biberger* / Martina Hafner

Einordnung in den Entwicklungszyklus

Abhängig davon welche Rolle für die Erstellung der Ausführbaren Spezifikation betraut wird, sind mehrere Einsatzszenarien möglich (Siehe Bild 1 in der Bildergalerie).

In der ersten Variante werden die Modelle direkt beim Kunden entwickelt, oder eine externe Firma, die nicht für die Serienumsetzung verantwortlich ist beauftragt. Das Lastenheft (LH) kann zusammen mit den Modellen dem Serienentwickler als Anforderungen übergeben werden (siehe Bild 2 in der Bildergalerie).

In der zweiten Variante erstellt der Serienentwickler selbst die Ausführbare Spezifikation während der Anforderungsanalyse und während der Erstellung seines Pflichtenheftes (PH). Die Modelle dienen als Kommunikationsmittel zwischen Kunde und Lieferant. Die Qualität der Anforderung des Kunden kann in einem agilen Prozess überprüft und ergänzt werden (siehe Bild 3 in der Bildergalerie).

Die Variante drei sieht eine Aufteilung der Pflichtenheft- und Modellerstellung auf Integrationsstufen vor. Eine Erweiterung der Funktionsumfänge wird für jedes Release geplant. Diese Variante kann bei neu zu entwickelnden Funktionen schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen in der Serienentwicklung führen.

Ziele der Modellbildung

Der Einsatz der ausführbaren Spezifikation führt zur Verbesserung der Qualität der Prosa Spezifikation. Im Folgenden werden Eigenschaften, die potenziell durch Modellbildung verbessert werden können beschrieben (siehe Bild 7).

a) Erlebbarkeit: Die Ausführbare Spezifikation gibt uns die Möglichkeit die Funktion früh im Projekt erlebbar zu machen. Das kann durch eine Ausführung des Modells am PC geschehen, durch den Einsatz des Modells in Demonstratoren, durch die Integration des Modells in Fahrzeugmodelle von Fahrsimulatoren oder durch die Integration des Modells in Prototypenfahrzeuge. Konzept- und Umsetzungsentscheidungen sind durch das Erleben der Funktion leichter zu treffen als aufgrund einer textuellen Beschreibung.

b) Funktionsgestaltung: Modelle helfen uns die Idee der zu erstellenden Funktion zu konkretisieren. Durch die parallele Entwicklung der Spezifikation und der Modelle erhalten die Entwickler bereits auf einer ersten Umsetzung-Ebene ein Bild von der Funktion. Es ist leichter bewertbar, welche Umfänge nötig sind, um den Nutzer oder Nachbarsysteme zu bedienen.

c) Vollständigkeit: Bei der Entwicklung der Ausführbaren Spezifikation können nicht beschriebene Aspekte, die aber für die Umsetzung notwendig sind gefunden werden. Danach kann bewertet werden, ob es sich um Spezifikationslücken handelt, oder um Implementierungsdetails die bewusst durch den Software Lieferanten gestaltet werden sollen. Wiedersprüche zwischen Anforderungen können bei der Modellerstellung aufgedeckt werden. Durch die stetige Verifikation der Spezifikation während der parallelen Modellerstellung wird die Korrektheit überprüft.

d) Umsetzbarkeit: Die frühe Erlebbarkeit der Funktion bringt die Möglichkeit zu überprüfen, welche Aspekte sowohl relevant als auch technisch machbar sind und in der Seriensoftware umgesetzt werden sollen.

e) Testbarkeit: Die Modelle können zudem direkt in der Testumgebung verwendet werden. Die Einsatzmöglichkeiten sollen im Folgenden dargestellt werden.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44055241 / Requirements)