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Angemerkt Das Internet of Things hat mehr als nur ein Image-Problem

| Redakteur: Franz Graser

Das Internet of Things wird sterben“ lautet der Titel des Beitrags, mit dem der „Wired“-Autor Klint Finley dem IoT das Totenglöcklein läutet. Für diese Vorhersage führt der Autor eine Reihe von Gründen an:

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Franz Graser, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: "Das Internet der Dinge wird nicht sterben - es wird aber zu schmerzhaften Häutungen kommen."
Franz Graser, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: "Das Internet der Dinge wird nicht sterben - es wird aber zu schmerzhaften Häutungen kommen."
(Bild: VBM)

Etwa die massive DDoS-Attacke, bei der im vergangenen Herbst ein gigantisches Botnetz aus vernetzten Geräten namhafte Internetportale mit Traffic überflutete. Dazu kommen absurde Produktideen wie die „Selfie-Bottle“, entwickelt von Coca-Cola in Israel: Ein Mini-Fotoapparat wird ans untere Ende einer Coca-Cola-Flasche eingeklinkt und schießt bei einem bestimmten Neigungswinkel der Flasche ein Bild. Dieses wird dann sofort auf Internetportale wie Snapchat oder Instagram hochgeladen.

Dazu kommt, dass bestimmte Geschäftsmodelle, die mit dem Internet der Dinge verknüpft sind, bei den betroffenen Kunden nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen. Viele dieser Geschäftsmodelle gründen auf der Bereitstellung von Services, so etwa von Diagnose- und Wartungsdiensten. Was aber, wenn die Kunden dies gar nicht wollen, weil sie es gewohnt sind, selbst Hand anzulegen? US-Landwirte kämpfen inzwischen für ihr Recht, ihre Traktoren selbst reparieren zu dürfen.

Nicht zuletzt zeichnet sich ab, dass die Formel „Internet of Things“ eine immer dünnere Klammer darstellt, die viele unterschiedliche Anwendungsgebiete umfasst, darunter das vernetzte Auto, das industrielle Internet, Smart Home oder Smart Healthcare, die in den kommenden Jahren an Eigenständigkeit gewinnen werden. Das könnte bedeuten, dass die momentan umfassende Klammer IoT an Bindekraft verliert und die einzelnen Anwendungsfelder an Bedeutung gewinnen.

Dennoch: Das IoT wird im Gegensatz zur eingangs genannten Schlagzeile nicht sterben. Wie bei den meisten Technologiewellen folgt auf den Hype ein Tal der Ernüchterung. Der Begriff „IoT“ allein wird bald schon nicht mehr als Marketing-Argument taugen. Der Nutzen der mit den IoT realisierten Anwendungen wird entscheiden, was sich am Markt behauptet.

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