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Computer Vision: Renesas und Codeplay bringen Autos maschinelles Sehen bei

| Redakteur: Michael Eckstein

Autonomes und automatisiertes Fahren im Fokus: Renesas Electronics und Codeplay Software implementieren ComputeAorta – ein Software-Framework auf Basis des offenen OpenCL-Standards, das auf die Renesas R-Car-SoCs abgestimmt ist.

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Renesas und Codeplay kooperieren bei der Entwicklung von Advanced Driving Assistance Systems (ADAS) auf Basis der R-Car-SoCs von Renesas.
Renesas und Codeplay kooperieren bei der Entwicklung von Advanced Driving Assistance Systems (ADAS) auf Basis der R-Car-SoCs von Renesas.
(Bild: Renesas)

ComputeAorta soll das Entwickeln von Software für IMP-X5 vereinfachen – einen speziell für maschinelles Sehen („Computer Vision“) und kognitive Verarbeitung optimierten Multithreading-Core von Renesas. Zunächst wird das Framework allerdings als Proof-of-Concept auf dem R-Car H3 verfügbar sein. Im nächsten Schritt soll es auch den R-Car V3M und andere R-Car-SoCs der Renesas autonomy-Plattform für ADAS (Advanced Driving Assistance System) und automatisiertes Fahren unterstützen.

Renesas R-Car-SoCs (System-on-Chips) gelten als energieeffiziente Bausteine mit hoher Rechenleistung. OpenCL ist ein verbreiteter offener Standard, der das Programmieren heterogener Rechnerplattformen ermöglicht. Das ComputeAorta-Framework bringt als Abstraktionsschicht beide Welten – Hardware und Software – zusammen.

„Rechenleistung ist ein wichtiger Faktor, um moderne Computing-Plattformen in autonomen Fahrzeugen bereitstellen zu können“, erläutert Jean-Francois Chouteau, Vice President Global ADAS Center von Renesas Electronics. „IMP-X5 spielt eine entscheidende Rolle bei der Implementierung rechenintensiver Funktionen sowie funktionaler Sicherheit in den R-Car-SoCs.“

Hohe Rechenleistung auch bei objektorientierter Programmierung

Codeplay, Spezialist für Hochleistungs-Compiler und Software-Optimierung für Multicore-Verarbeitung, steuert darüber hinaus ComputeCpp bei. Dabei handelt es sich um eine Implementierung des offenen SYCL-Standards in OpenCL. Mit SYCL sollen High-Level- und objektorientierte C++-Programme auch in heterogenen Umgebungen die volle Rechenleistung von CPUs und GPUs nutzen können.

Das Ergebnis ist laut Codeplay eine effiziente Programmierumgebung für die Multithread-Codeausführung auf heterogenen Cores. Entwickler können vorhandene C/C++-Softwarebausteine wiederverwenden und in ihrer vertrauten Entwicklungsumgebung arbeiten. Sie haben die Möglichkeit, sowohl über OpenCL als auch SYCL auf die Computer-Vision-Hardware von Renesas zuzugreifen, ohne sich mit Hardwaredetails im Detail vertraut machen zu müssen.

„Mit unseren ComputeAorta- und ComputeCpp-Plattformen können Entwickler von modernsten Vision- und Deep-Learning-Anwendungen die vertrauten Programmierstandards OpenCL und SYCL nutzen und schnell von den Vorzügen der modernen IMP-X5 R-Car-Computer-Vision-IP profitieren“, erklärt Andrew Richards, CEO von Codeplay.

Große Open-Source-Community beschleunigt Entwicklung

Ein Vorteil ist die große Open-Source-Community, die bereits ganz unterschiedliche Software-Lösungen für Computer-Vision und kognitive Datenverarbeitung hat. Systemhersteller können diese nutzen, um die Entwicklung komplexer AI-Anwendungen zu beschleunigen.

Nach Angaben der Unternehmen erhalten Programmierer mit der Lösung standardisierte Software-Entwicklungswerkzeuge und Support für eine breite Palette an Open-Source-Computer-Vision- oder Open-Source-Deep-Learning-Software, zum Beispiel die TensorFlow-Bibliothek. Der Programmieraufwand soll dadurch sinken, so dass sich mehr Ressourcen für das Entwickeln des eigentlichen Produkts nutzen lassen. Codeplay verspricht zudem, dass der Aufwand für Portierungen sinkt und sich so auch die Markteinführungszeit verkürzen lässt.

Auf der Fachmesse Autosens 2017 in Brüssel werden die beiden Unternehmen auf dem Messestand von Codeplay eine OpenCL-Computervision-Demo zeigen, die auf einem R-Car H3-SoC läuft.

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