Peer-to-Peer-Sicherheit, neue Rechner und viele Fragezeichen

Blockchain – eine neue Evolutionsstufe des Internet?

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Keine Chance der Manipulation

Ein weiteres Plus der Blockchain: Dezentralisierung vermeidet Manipulationen. Wurde die Transaktion einmal von den anderen Usern verifiziert, werden die Daten der Blockchain hinzugefügt. Somit kommt ein Verkauf nur zustande, wenn die Mehrheit der User die Authentizität des Diamanten und die Gültigkeit der Transaktion bestätigen. Gleichzeitig wird die Blockchain beziehungsweie das Register aktualisiert, worauf alle verbundenen Diamantenhändler, Minengesellschaften und Versicherungen zugreifen können.

Ab diesem Punkt kann niemand mehr die Blockchain ändern, nur ergänzen. Damit ist die Transaktion auch in Zukunft nachvollziehbar – ebenso wie alle anderen Transaktionen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Blockchain bestätigt eine neue Person als Eigentümer des Diamanten. Der Verkäufer könnte ihn also kein zweites Mal verkaufen. Nicht einmal, wenn der Stein noch im Besitz des Verkäufers wäre!

Darüber hinaus fallen eine aufwendige Bürokratie, lästige Kontrollen und nicht fälschungssichere Zertifikate weg. Denn auch die Datenbanken mit detaillierten Informationen über Diamanten sind nicht sicher. So gelang es Hackern erst kürzlich, die Datenbank des Gemological Institute of America zu manipulieren, indem sie den Reinheitsgrad und die Farbeinstufung von über Tausenden von Diamanten änderten.

Transparenz durch Mining

Herzstück der Blockchain sind die so genannten „Miner“. Das sind die User, die mit ihren „Miner“-PC und „Mining“-Software das Journal bzw. die Datenbank der Blockchain pflegen und kontrollieren.

Aber woher kommt die Bezeichnung? Mining bedeutet in diesem Fall das „Schürfen“ nach einer Belohnung. Denn Miner schreiben blockweise die Transaktionsliste fort und bilden damit die Voraussetzung, dass dezentral alle Register den gleichen Stand erhalten.

Ohne Belohnungen gäbe es keinen Anreiz zur Pflege der Blockchains. So sieht es zum Beispiel das Bitcoin-System vor, dass für jede Belohnung eine sehr rechenintensive Aufgabe gelöst werden muss.

Die Miner müssen dafür aus dem Hash-Wert des vorgehenden Blocks, der Liste der neuen Transaktionen sowie einem Zufallswert einen neuen Hash-Wert berechnen. Klingt im Prinzip recht einfach, wenn es da keine besonderen Auflagen wie zum Beispiel eine geforderte Anzahl an Ziffern oder ein definiertes Zeitfenster gäbe.

Dies gelingt nicht mit herkömmlichen Methoden, sondern erfordert viel Ausprobieren verschiedener Zufallswerte – und vor allem gehörige Rechen-Power, die viel Strom frisst. Die Chance, Prämien mit Mining zu verdienen, hat in den vergangenen Jahren quasi ein wildes Wettrüsten ausgelöst. Denn letztlich erhöht die zur Verfügung stehende Rechenleistung die Chancen, immer wieder mal einen Block als erster zu generieren.

Konsolidierung für Mining-Systeme

In den vergangenen Jahren hat sich der Markt für Mining-Systeme etwas ausgedünnt. Bis 2013 konkurrierte noch eine ganze Reihe Wettbewerber um die Gunst der Miner. Ab 2014 bis 2016 erfolgte dann eine Marktbereinigung im ASIC-Bereich. Einige Hersteller mussten Konkurs anmelden oder verfingen sich in aussichtslosen juristischen Streitereien. Viele Anbieter von Chips, die auf das „Minen“ von Bitcoins spezialisiert waren, kamen mit ihren Auslieferungen mächtig in Verzug und verprellten so ihre Kunden.

CoinTerra, Spoondolies und KnC sind mittlerweile pleite. Der Hersteller Butterfly Labs hat ein Verfahren wegen Betruges am Hals, 21.co schaffte es nicht, wettbewerbsfähige Mining-Chips am Markt zu platzieren und BitFury verkauft keine Produkte, sondern vermietet sie nur. Im Wesentlichen teilen sich heute die Hersteller Bitmain mit ihren „AntMiner“-Produkten und die „Avalon“-Miner von Canaan den Markt. Wobei Canaan als der große Pionier der ASIC-Chips gilt.

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