DevOps 5 Gründe, warum auch IoT auf Device Feedback Loop setzen sollte

Von Johan Kraft*

Vernetzte IoT-Geräte im Feld können Verbrauchern wie Betreibern enormen Komfort und praktischen Nutzen bringen – oder endlosen Frust, wenn sie ohne ersichtlichen Grund ausfallen. Konstante Rückmeldung und Optimierung ist sowohl für Konsumenten als auch Betreiber von Nutzen. Ein Device Feedback Loop ist hier besonders wertvoll.

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Eine kaputte Parkuhr ist im Alltag lästig - und auch seit Einführung vernetzter Versionen nicht gerade selten anzutreffen. Ein schnelles Beheben eines solchen Fehlers ist nicht nur im Verbraucher- sondern insbesondere auch im Anbieter-Interesse.
Eine kaputte Parkuhr ist im Alltag lästig - und auch seit Einführung vernetzter Versionen nicht gerade selten anzutreffen. Ein schnelles Beheben eines solchen Fehlers ist nicht nur im Verbraucher- sondern insbesondere auch im Anbieter-Interesse.
(Bild: Clipdealer)

Wie oft sind Sie schon von einer Displaymeldung wie im obigen Bild überrascht worden? Erst kürzlich wollte ich mein Auto in einer Parkgarage parken, aber das Bezahlterminal war außer Betrieb. Sehr wahrscheinlich waren Softwareprobleme die Ursache. So lästig diese Störung für mich auch war, für den Betreiber der Parkgarage dürften die Folgen weitaus unangenehmer gewesen sein. Wenn ich das nächste Mal in der Gegend mein Auto abstellen muss, werde ich jedenfalls ein anderes Parkhaus aufsuchen.

Am selben Tag war ich übrigens in einem Lebensmittelladen, in dem man seine Waren selbst scannen und anschließend bezahlen kann. Hier war das Bild ähnlich: Nur wenige Scanner waren verfügbar, denn etliche zeigten eine Fehlermeldung.

Effizienter auf Hardware- und Software-Probleme reagieren

Digitale Unannehmlichkeiten dieser Art sind inzwischen an der Tagesordnung. Auch wenn sie für den einzelnen Verbraucher meist kein gravierendes Problem darstellen, können sie für die Betreiber der gestörten Geräte durchaus problematisch sein. Grundsätzlich gilt, dass keine Software zu hundert Prozent fehlerfrei ist, weshalb bei den meisten smarten Geräten Fehler auftreten. Die Frage ist eigentlich nur, wie oft diese Fehler auftreten und welche Konsequenzen sie haben.

Um auf Hardware- oder Softwareprobleme reagieren zu können, muss man zunächst einmal von ihnen erfahren. Genau hierum geht es bei der Device Feedback Loop. Dieses aus dem Bereich der Steuerungssysteme übernommene Konzept lässt sich erfolgreich auf die Entwicklung von Desktop- und Cloud-Software anwenden. Wenn man fortlaufend Rückmeldungen darüber erhält, wie sich eine Applikation oder ein Gerät verhält, ist es möglich, Probleme schnell zu beheben und entsprechende Updates herauszugeben. Bei den Entwicklern im Embedded- und IoT-Bereich hat sich dieses als DevOps bekannte Konzept bisher noch nicht wirklich herumgesprochen, weshalb ich an dieser Stelle eine Lanze für diese Technik brechen möchte. Die damit verbundenen Vorteile sind einfach zu überzeugend, als dass man sie ignorieren könnte.

1. Fehler schneller und effizienter melden

Die erste Rückkoppelschleife dürfte wohl das Melden von Fehlern sein und tatsächlich kann eine Device Feedback Loop beim Auftreten eines Softwarefehlers sofort eine Warnmeldung generieren und dem zuständigen Produktteam die Informationen in die Hand geben, die es zum Einkreisen des Problems benötigt – ganz ohne menschliches Zutun.

Von Kunden gemeldete Abstürze können dagegen extrem schwierig zu analysieren sein, denn die übermittelten Informationen sind häufig nicht detailliert genug, um den Entwicklern das Reproduzieren des Problems zu ermöglichen.

2. Aufspüren von Anomalien im Betrieb

Das Detektieren von Anomalien, wie etwa verdächtige Aktivitäten, ist ein weiteres, sehr wichtiges Feature einer Device Feedback Loop, mit dem sich die Absicherung von IoT-Geräten verbessern lässt. Kommt es beispielsweise zu sporadischen Abstürzen, kann dies ein Indiz dafür sein, dass versucht wird eine Sicherheitslücke auszunutzen, um Malware in das Gerät einzuschleusen, was aber zu dem Zeitpunkt noch nicht gelungen ist. Hier kommt es darauf an, möglichst schnell über derartige Attacken informiert zu werden.

3. Kenndatenüberwachung

Möglicherweise möchte man auch wichtige Kenndaten überwachen, wie etwa die Stack- und Heap-Nutzung, die CPU-Auslastung oder die verbleibende Akkuladung. Wenn es ein Entwurfsziel war, die Stack-Speicher so zu bemessen, dass aus Sicherheitsgründen stets 5 % frei bleiben, wäre es wichtig, möglichst frühzeitig von einem Unterschreiten dieser Grenze zu erfahren.

4. Automatisierte Tests für detaillierter Ergebnisse – auch im laufenden Betrieb

Auch das automatisierte Testen einer in der Entwicklung befindlichen Firmware profitiert enorm von einer Rückkoppelschleife, die automatisch und systematisch detaillierte Testergebnisse erfasst und zentral so abspeichert, dass alle Entwickler Zugriff auf diese Informationen haben.

5. Kontrolle der verbleibenden Lebensdauer eines Gerätes

Unter Umständen hegt man auch Bedenken wegen des mechanischen Verschleißes oder der Instandhaltungsintervalle eines Steuerungssystems. Für Hardware-Bauteile ist meist eine bestimmte Lebensdauer angegeben, die beispielsweise anhand einer bestimmten Zahl von Betätigungen gemessen wird. Bei den regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen wird diese Lebensdauer zugrunde gelegt. Wie ist es aber, wenn bestimmte Schaltbauteile deutlich häufiger ein- und ausgeschaltet werden als ursprünglich erwartet? Mit einer Device Feedback Loop erfährt man hiervon und kann das Wartungsintervall entsprechend verkürzen. Anderenfalls würde das betreffende Bauteil einfach vorzeitig ausfallen und damit unter Umständen eine ganze Produktionslinie zum Stillstand bringen.

Für einen besseren laufenden Betrieb von IoT-Geräten

Eine Device Feedback Loop bietet also die Möglichkeit zum Optimieren von IoT-Funktionen, indem die Funktionalität, die Absicherung und die Zuverlässigkeit eines Geräts gewahrt werden, was wiederum die Ausfallrisiken mindert und den Zeitaufwand zum Beheben von Softwareproblemen im Feld verringert.

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Softwarefehler lassen sich eigentlich nie ganz ausschließen. Desto wichtiger ist es, sich gut auf sie einzustellen.

* Johan Kraft ist CEO und Gründer von Percepio

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