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10 Jahre ESE Kongress

| Autor / Redakteur: Peter Siwon / Sebastian Gerstl

Stunden der Wahrheit

Jetzt kam die nächste Hürde: die Durchführung vom 08.-10.12.2008 in Sindelfingen. Wir trafen auf ein hilfsbereites, hochengagiertes Team der Stadthalle Sindelfingen, die wir als Event Location ausgewählt hatten. Und was soll ich sagen? Es klappte fast alles hervorragend - und alles, was nicht so klappte, konnten wir gut hinbiegen, denn gute Vorbereitung schafft Raum für Improvisation. Sponsoren, Aussteller, Referenten und Teilnehmer bestärkten uns mit ihrem Feedback: Wir sind auf dem richtigen Kurs. Glücklicherweise kam jetzt Weihnachten, denn wir waren alle ziemlich geschafft vom Schmieden, Rudern und Freuen.

2009 konnten wir das gute Ergebnis des Vorjahres trotz der dramatischen Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise bestätigen und die Qualität steigern. Das Schiff schien auch robust genug zu sein, um Konjunkturkrisen zu überstehen. Ermutigt durch diesen vielversprechenden Start machten wir uns an die Arbeit für den ESE Kongress 2010. Nachdem wir nun viel Erfahrung gesammelt hatten, galt es, die Abläufe zu optimieren und die Infrastruktur zu professionalisieren, denn vieles war bis dahin noch relativ hemdsärmelig gelaufen - fehlende Tools wurden durch Optimismus und Einsatz wettgemacht.

Wir entwickelten mit unserem Partner mexperts ein datenbankgestütztes Webportal, über das alle Einreichungen von Vorträgen, die Bewertungen durch den Kongressbeirat und die Verwaltung von Referenten und Programm effizient erledigt werden konnten. Dies war eine wichtige Voraussetzung, um mit der Flut von Einreichungen zurechtzukommen und die Mitarbeit von immer mehr Spezialisten im Beirat zu erleichtern. Die Teilnehmerzahl wuchs um mehr als 40%, und wir konnten die Qualität dank der vielen engagierten Beiratsmitglieder, die auch als Moderatoren verschiedener Tracks mitwirkten, nochmals steigern.

Doch nun stießen wir an die Grenzen dessen, was sich in 3 Tagen in der Stadthalle noch umsetzen ließ. So entschlossen wir uns, ab 2011 den Kongress auf 5 Tage und insgesamt 119 Einzelveranstaltungen zu erweitern, um die hohe Nachfrage befriedigen zu können. In den Folgejahren wurde an vielen Details, wie dem Ausstellungskonzept, dem Timing und dem Rahmenprogramm gefeilt, und auch ein Best Speaker Award wurde ins Leben gerufen. 2015 durchbrach die Teilnehmerzahl mit über 1100 Teilnehmern erstmals die 1000er-Marke. An dieser Stelle danke ich ganz herzlich den Kolleginnen aus unserem Organisationsbüro und den vielen fleißigen Helfern und Unterstützern, ohne die wir vor, während und nach dem Kongress sang- und klanglos abgesoffen wären.

Die Mischung macht's

Unser Ziel war und ist es, den Teilnehmern eine gute Mischung aus der Vielfalt des Embedded Software Engineering zusammenzustellen. Einerseits mit immer neuen Facetten von Dauerbrennern wie Implementierung, Architektur, Echtzeit, Test, Qualität, Sicherheit, Prozessgestaltung. Andererseits werden immer wieder neue Trendthemen wie IoT, Industrie 4.0, Security, Machine Learning oder Künstliche Intelligenz aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Wir machen auch vor juristischen Inhalten und Management- oder Führungsthemen nicht halt, wenn sie für unsere Zielgruppe von Nutzen und Interesse sind. Die Seminare, Vorträge, Diskussionen und Fachgespräche bieten damit viel Gelegenheit, verschiedene fachliche Tiefen auszuloten und den Horizont zu erweitern. Der Kongress liefert reichlich Impulse für neue Wege sowie Anlässe für nachdenkliches Hinterfragen oder beruhigende Bestätigung eingeschlagener Wege. Die vielen Wiederholungstäter, sprich Stammbesucher, sind ein gutes Indiz dafür, dass sich der Besuch des ESE Kongress lohnt.

Es wäre nicht gerecht, hier nur die Namen der bekanntesten Keynote-Sprecher wie Gunther Dueck, Jochen Ludewig oder Julian Nida-Rümelin zu nennen, mit denen sich der Kongress schmücken durfte. Sie gaben mit Sicherheit vielen Teilnehmern interessante und wichtige Impulse. Doch unsere besondere Bewunderung und unser Dank gilt den Sprechern, die - obwohl es nicht ihre Hauptbeschäftigung ist, Vorträge zu halten - bereit sind, ihr Wissen zu teilen und sich einem Fachpublikum zu stellen. Einige von ihnen haben es als Best Speaker sogar in die ESE „Hall of Fame“ geschafft.

Nicht zu vergessen: Unsere legendären Kicker-Turniere am Dienstagabend bei der Entwicklerparty, die tollen Unterhaltungs-Shows am Mittwochabend und die entspannten Gespräche bei einem gemütlichen Bier oder einem Glas Wein nach anstrengenden Kongresstagen. Nicht ohne Grund wird der ESE, wie der Kongress kurz von Insidern genannt wird, auch „Familientreffen der Embedded-Softwarebranche“ genannt.

Wie geht es weiter?

Jedes Jahr stellen wir uns diese Fragen: Wie geht es weiter? Was behalten wir bei? Was wollen wir verändern? Wie werden wir den Ansprüchen der Zukunft gerecht? Eines ist dabei sicher: Unser Anspruch bleibt es, Qualität und Vielfalt zu liefern sowie technische und menschliche Impulse zu setzen. Auch ist es uns wichtig, die entspannte, familiäre Atmosphäre zu erhalten und gleichzeitig die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, um den Wert unserer Informations- und Kommunikationsangebote zu steigern: besser, schlauer, menschlicher durch sinnvolle Digitalisierung und persönlichen Austausch. Das klingt wie ein gutes Motto für die Zukunft. Lassen wir uns überraschen, was uns dazu einfällt.

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