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Mit dem Flugzeug zum Nachbarn, mit dem Fahrrad nach New York

| Autor / Redakteur: Walter van der Heiden und Andreas Willert* / Christine Kremser

(Bild: gemeinfrei/Pixabay / CC0)

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Ja, das hört sich idiotisch an. Aber, weil wir beide Vorgehen sehr gut kennen und Aufwand und Nutzen genau abschätzen können. Anders sähe es aus, wenn wir uns für den Einsatz einer Fortbewegungsmethode entscheiden sollten, die einem Paradigmenwechsel entspricht, mit dem wir keinerlei Erfahrung haben. Und damit sind wir beim eigentlichen Dilemma angelangt.

Was macht einen Paradigmenwechsel aus? Im Wesentlichen, dass es sich nicht um eine lineare Entwicklung handelt, sondern um eine sprunghafte. Das bedeutet auch, dass unsere bisherigen Erfahrungsmuster, nach denen wir Entscheidungen treffen, nicht mehr gelten. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit von ungünstigen Entscheidungen deutlich. Jede ungünstig getroffene Entscheidung führt in Folge zu Erfahrung. Mit dem Grad der Erfahrung verbessert sich dann wieder die Qualität der Entscheidungen.

Bei einem Paradigmenwechsel ändern sich die gelernten Gesetzmäßigkeiten sprunghaft. Unsere bisherigen Entscheidungsgrundlagen greifen nicht mehr und das führt zu Fehlentscheidungen.

Aber warum sind Paradigmenwechsel notwendig und vor allem wann?

Gehen wir im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal einen Schritt zurück im Paradigma, zur Fortbewegung mit den Füßen. In Afrika gibt es noch sehr viele Menschen, bei denen diese Paradigma Hauptfortbewegungsmittel ist.

Nehmen wir z.B. Äthiopien oder Kenia. Aus diesen beiden Ländern kommen die besten Läufer der Welt. Sie haben das Laufen zur Perfektion entwickelt. Sie können sowohl extrem lange Distanzen überbrücken, als auch hohe Geschwindigkeiten erreichen.

Wie sind sie dazu gekommen? Es gibt dort schlicht keine anderen Fortbewegungsmittel bzw. sind deren notwendige Infrastruktur nicht finanzierbar.

Nicht selten läuft dort ein Kind jeden Tag 5 km zur Schule und wieder zurück. Wer das macht hat Laufstil, Kondition etc. hochgradig optimiert. Stellen wir uns nun vor die Schule im Nachbardorf wird geschlossen und die nächste Schule ist 10 km entfernt. Dann würde dieses Kind wahrscheinlich seine Kondition an die neue Entfernung anpassen, früher aufstehen und später nach Hause kommen und evtl. in der Schule nicht mehr ganz so aufmerksam sein. Das Kind ist begabt und soll nun eine gehobene Schule besuchen. Die ist 15 km entfernt. Das Kind steht noch früher auf und kommt noch später nach Hause, bekommt Muskelkater, der wieder vergeht und schläft evtl. in der Schule hin und wieder ein, was nicht vergeht. Der Grund für letzteres ist nicht das Laufen an sich, sondern der latente Schlafmangel.

Denken wir obiges Modell konsequent zu Ende könnte uns folgende Erkenntnis ereilen: Es kommt irgendwann der Punkt an dem die physikalische Grenze erreicht ist, spätestens, wenn die reine Laufzeit länger als 24 Std. dauern würde. Aber zu diesem Punkt wird es wahrscheinlich niemals kommen, bereits vorher kollabiert das System in Folge von divergenten Symptomen, die offensichtlich erst einmal wenig mit dem Laufen in Zusammenhang stehen. Es ist also ein schleichender Prozess der Verschlimmerung.

Es gibt also nur sich häufende, latente, unspezifische Symptome, die das Gesamtsystem ineffizient machen. Sie stehen jedoch selten mit dem Vorgehen in direktem Zusammenhang. Das wäre evtl. eine Sehnenscheidenentzündung durch Überlastung.

Vergleichen wir obiges Paradigma zur Bewegung mit fahrradfahren, dann wird ersichtlich: Wir können das Paradigma, zu Fuss gehen‘ noch so optimieren, wir erreichen niemals die Möglichkeiten des Fahrradfahrens.

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